In vielen Medien ist aktuell von der sogenannten Planetenparade die Rede, die am 28.02.2026 abends stattfinden wird.
Das ist zunächst einmal korrekt, da an diesem Abend – in der Zeit ca. zwischen 18:30 Uhr und 19 Uhr – die Planeten Merkur, Venus, Saturn, Neptun, Uranus und Jupiter ungefähr auf einer Linie fast quer über den Himmel sichtbar sein werden. Genau genommen ist dann noch ein weiterer Planet zu sehen: nämlich die Erde ( 😉 ). Und der fast volle Mond gesellt sich auf dieser Linie an diesem Abend auch noch dazu.
Wenn man dieses „Spektakel“ beobachterisch genießen möchte, muss man jedoch folgende Einschränkungen beachten:
- Merkur und Venus werden nur in diesem kleinen Zeitfenster ganz knapp über dem Westhorizont zu sehen sein. Dazu darf aber im Westen kein Gebäude, Baum oder ähnliches stehen, was die Sicht versperrt.
- Merkur, der nicht besonders hell ist, wird kaum aus dem noch relativ helldämmrigen Himmel zu erspähen sein. Und wenn die Atmosphäre an diesem Abend nicht besonders klar und trocken ist, wird er im Horizontdunst verschwunden sein, bevor man ihn gefunden hat.
- Uranus und Neptun sind mit bloßem Auge in unserer Gegend nicht zu erkennen. Dazu sind sie zu dunkel. Für die beiden benötigt man ein Fernrohr.
Wenn das Wetter an diesem Abend schön ist, haben Sie um die genannte Uhrzeit aber trotzdem eine gute Chance, die Venus (ganz knapp über dem Westhorizont), Saturn (etwas links über der Venus), Jupiter hell strahlend hoch im Südosten und dann noch den Mond etwas weiter im Osten mit bloßem Auge zu bewundern.
Da bei uns an der Sternwarte am Hiller Badesee die Horizontsicht im Westen durch die dort befindlichen Bäume für die Beobachtung der Venus beeinträchtigt ist, ist es nicht schlau, für diese Beobachtung dorthin zu gehen.
Falls an diesem Tag schönes Wetter herrscht, empfehlen wir Ihnen, sich bis spätestens 18 Uhr einen Platz gesucht zu haben, an dem Sie nach Westen freien Horizont haben. Und ab 18:20 Uhr können Sie versuchen, ob Sie den Merkur im Horizontdunst im Westen erspähen können.
Sie können aber auch ein paar Tage vorher oder danach versuchen, die Planeten zu beobachten: Jupiter und Saturn ändern zwischen dem 19. und 05.03. kaum ihren Ort. Merkur ist z.B. am 19.2. um 19 Uhr spürbar besser zu erwischen als am 28.2. Seine Sichtbarkeit nimmt in diesem Zeitraum allerdings rasch ab. Die Venus kommt erst am 28.2. dazu und gewinnt an den darauffolgenden Tagen spürbar an Höhe – dann ist aber Merkur durch seine schnelle Bahnbewegung um die Sonne wieder verschwunden.
Die folgenden Bilder lassen die ungefähre Situation am Himmel am 19.2., 28.2. und 1.3. zu den angegebenen Uhrzeiten erkennen. Sie wurden mit dem Planetariumsprogramm Stellarium erstellt und dabei wurde ein idealer Horizont angenommen. So etwas gibt es nur auf großen Gewässern, an Land sieht es bekanntermaßen anders aus.
Viel Glück bei der Beobachtung !!!
